Lesung im Alfred – Döblin – Haus in Wewelsfleth

Zahlreiche Zuhörer hatten sich wieder in der legendären Küche des Döblin – Hauses eingefunden, in der Günter Grass oft gekocht und gespeist hat. Organisatoren und Moderatoren dieser regelmäßig stattfindenden Lesungen sind Carola Jansen, Antje Lentze – Brühs und Desiree Tiedemann. Carola Jansen begrüßte die Besucher und stellte die Autoren vor. Alle drei bewohnen zurzeit das Döblin – Haus aufgrund eines Aufenthaltsstipendiums der Berliner Akademie der Künste.

Alina Herbing machte den Anfang und las Passagen aus ihrem Debütroman „Niemand ist bei den Kälbern“, der 2017 erschienen ist und in der Literaturszene großes Interesse erregt hat.

Das oft beschworene romantische Image des Landlebens teilt sie nicht und lässt mit ihrer Protagonistin Christin, die einen Seitensprung mit dem Windkrafttechniker Klaus wagt, deutlich werden, dass der Alltag auf dem Land oft perspektivlos ist.

 

Der 2017 erschienene Debütroman von Svenja Gräfen , der oft als Liebesroman angekündigt wird, ist aber nach Auffassung der Autorin eher die Geschichte der Unmöglichkeit einer Liebe. Ihre vorgetragenen Szenen ließen erahnen, was sie damit meint.

Die Protagonisten Lene und Hendrik sind ein junges, sehr verliebtes Paar. Nach und nach verändert sich Hendriks Verhalten. Auf die Frage, woran die Autorin zurzeit arbeite, erzählte sie, dass der neue Roman „Freiraum“ fast fertig ist und 2019 erscheinen wird.

Ein Paar, das in der Stadt lebt, verlässt die Stadt und entscheidet sich für das Leben auf dem Land. Viel mehr verrät die Autorin nicht.

Nach der Pause ging es mit Szenen aus dem Roman „ Die Kuh in meinem Kopf“ von Stephan Groetzner weiter. Da war schon höchste Konzentration von den Zuhörern gefordert, die den humorvollen und hintergründigen Szenen über Dichter und Komponisten folgten.

Groetzner lässt zurzeit die Arbeit am Österreichroman  ruhen und beschäftigt sich in Wewelsfleth mit seinen Eindrücken in seiner derzeitigen Umgebung. „Ich schreibe hier viel über Land und Leute. Da lässt sich schon was draus machen“ sagt er. Wir dürfen gespannt sein.